Goldstadt Löwen weiter in der Zweiten Liga

Der überraschende Vereinsaustritt von Dirk Reinheckel störte nur kurz die Ruhe bei den SCP-Gewichthebern

HEBT WEITER: Als Sportlicher Leiter hört Steffen Krämer aber auf. Foto: Rubner
HEBT WEITER: Als Sportlicher Leiter hört Steffen Krämer aber auf. Foto: Rubner

Pforzheim. Es ist still im Würmtal. Kein Poltern der auf den Boden knallenden Hanteln ist in der Halle des SC Pforzheim zu hören. Das Coronavirus hat auch vor den Gewichthebern nicht haltgemacht. Nachdem zunächst die noch ausstehenden Wettkämpfe in der Ersten sowie Zweiten Bundesliga ausgesetzt worden waren, wurde wenig später die Saison vorzeitig beendet. Die Verantwortlichen des SC Pforzheim hätten sich in aller Ruhe Gedanken über die nächste Runde in der Zweiten Liga machen können. Doch der Vereinsaustritt von Dirk Reinheckel (der Pforzheimer Kurier berichtete) störte kurzzeitig die Ruhe im Lager der Goldstadt Löwen.
Für Abteilungsleiter Artur Hermann kam der Schritt seines Stellvertreters und Mannschaftsbetreuers sowie persönlichen Trainers von Steffen Krämer schon überraschend. „Er hat mit mir kein Wort geredet. Ich kann ja seinen Ärger verstehen, aber deshalb muss man nicht gleich austreten“, sagt Hermann. Eigentlich sollte dies erst bei der Abteilungsversammlung am 3. April, die allerdings wegen der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist, ein Thema sein.
„Wir werden weiter in der Zweiten Liga heben“, verspricht Hermann, nachdem auch Krämer als Sportlicher Leiter aufhört und zudem seine Zukunft als Heber hinterfragte. Mittlerweile hat er dem Abteilungsleiter seine mündliche Zusage gegeben, weiter die Gewichte zu heben. Außerdem haben Tuan Dang, Lukas Cibulka, Kevin Schmidt und Simon Stiegele signalisiert, weiter für den SCP zur Hantel greifen. Mit dem Tschechen Kamil Kucera und Dennis Hildebrandt, der aber beruflich sehr eingespannt ist, muss noch gesprochen werden. „Dennoch müssen wir neue Leute gewinnen“, sagt Hermann und weiß um die Schwere der Aufgabe. Der Sport Club steht mit diesem Problem nicht alleine da.
Trotz allem Ungemach zieht der scheidende Sportleiter Steffen Krämer zufrieden Bilanz: „Es ist zwar nicht alles so gelaufen, wie geplant. Aber angesichts der Mittel, die uns zur Verfügung standen, war es eine gelungene Saison.“ Dieser Meinung schließt sich Hermann uneingeschränkt an: „Wir haben mit dem Sieg über Grünstadt gut begonnen. Aber die Saison war auch von Verletzungen und krankheitsbedingten Ausfällen geprägt. Manchmal hätte ich mir wegen unserer zuverlässigen Helfer und Athleten mehr Zuschauer gewünscht.“
Mit 9:6 Punkten aus fünf Wettkämpfen – nur der abschließende Vergleich beim AV Speyer II fiel aus – sowie einer Saisonbestleistung von 597,4 Relativpunkten rangiert die Riege aus dem Würmtal hinter Grünstadt (13:2) sowie Speyer (12:3) auf Platz drei und hat damit die Vorgabe erfüllt. Während die Leistungen von Kucera, Cibulka, Dang, Krämer und Schmidt nicht geradlinig verliefen, avancierte der als Ersatzmann nominierte Stiegele zur konstantesten Stammkraft. Zum einen leistete er sich in den fünf Wettkämpfen bei 30 Versuchen nur einen Patzer. Und zum anderen wartete er zuletzt mit persönlichen Bestleistungen im Reißen (95 Kilo) sowie Stoßen (116) und bei den Relativpunkten (75,0) auf.